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Visa kauft Verhaltensbiometrie-Anbieter BioCatch für 2,4 Mrd. US-Dollar in bar

EUVereinigtes Königreich

Was geschah

Visa hat sich auf die Übernahme von BioCatch geeinigt, einem Anbieter für Verhaltensbiometrie mit Sitz in Tel Aviv, für 2,4 Mrd. US-Dollar in bar von Fonds unter Beratung von Permira und weiteren Anteilseignern. BioCatch wertet Tippmuster, Wischgesten, Gerätehandhabung und Netzwerksignale während digitaler Banking-Sitzungen aus, um Kontoübernahmen, Betrugsmaschen und Nötigung zu erkennen, bevor eine Zahlung ausgelöst wird.

Das Unternehmen schützt 1,8 Milliarden Geräte und 760 Millionen Nutzer, betreut mehr als 350 Bankkunden in 21 Ländern, darunter über 100 der größten Banken der Welt, und analysiert rund 19 Milliarden Nutzersitzungen pro Monat. Permira hatte BioCatch vor etwa zwei Jahren bei einer Bewertung von 1,3 Mrd. US-Dollar mehrheitlich übernommen.

Andrew Torre, bei Visa Präsident für Value Added Services, sagte, BioCatch werde Kunden helfen, Betrug zu stoppen, bevor er den Zahlungszeitpunkt erreiche. Der Abschluss wird bis zum Ende des zweiten Geschäftsquartals 2027 von Visa erwartet.

Warum es zählt

Value Added Services sind Visas am schnellsten wachsende Ertragslinie und der Teil des Geschäfts, der am wenigsten von der Interchange-Regulierung begrenzt wird. Ein Barkauf über 2,4 Mrd. US-Dollar zeigt deshalb, wie stark künftige Scheme-Erlöse aus Risiko-Tools statt aus Transaktionsgebühren kommen sollen. Für europäische Acquirer und PSPs, die Visa-Risikoprodukte weiterverkaufen, rückt ein Scheme, das nun Verhaltenssignale vor der Transaktion besitzt, weiter in die Wertschöpfungskette vor, in ein Feld, das bislang unabhängige Anbieter und die eigenen Betrugssysteme der Acquirer bedienen.

Zugleich fällt der Kauf in eine Phase, in der die EU-Kommission die Scheme Fees von Visa und Mastercard prüft und PSD3/PSR die Haftung für Überweisungsbetrug verschärft, was bankseitige Betrugsintelligenz auch regulatorisch wertvoll macht.

Worauf achten

Ob europäische Acquirer weiterhin Verhaltensanalytik von Dritten einkaufen, wenn das Signal künftig bei Visa liegt, und ob die Scheme-Fee-Untersuchung der Kommission auch die Bündelung und Bepreisung von Risikodiensten neben dem Netzzugang erfasst.

Quellen

PayLens Radar

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