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Partnerschaft

Visa, Mastercard und Ant International wollen ihre drei Agenten-Identitätsprotokolle unter einem Know-Your-Agent-Rahmen interoperabel machen

Was geschah

Ant International, Visa und Mastercard haben am 10. September angekündigt, einen gemeinsamen Know-Your-Agent-Rahmen (KYA) zu entwickeln, damit ein KI-Agent, der bei einem der Beteiligten registriert ist, die Identitätsprüfung bei den anderen nicht wiederholen muss. Jeder bringt sein eigenes Verfahren mit - Visas Trusted Agent Protocol, Mastercards Verifiable Intent und Ant Internationals Agentic Mobile Protocol -, die der Rahmen über gemeinsame Standards verbinden soll: Jeder Agent wird einer gültigen juristischen Person zugeordnet, sein Verhalten bewertet und laufend überwacht.

Als Ziele nennen die drei geringere Integrationskomplexität, keine doppelte Agentenprüfung, erhaltene Sicherungsmechanismen, schnellere Markteinführung und niedrigere Integrationskosten für neue agentische Dienste. Jiang-Ming Yang, Chief Innovation Officer von Ant International, sagte, man wolle die Zusammenarbeit ausweiten, je reichhaltiger die Signale werden, mit denen sich Vertrauen stärken und Transaktionen vereinfachen lassen.

Ein Liefertermin, eine Spezifikation oder ein Pilot wurden nicht genannt. Die Beteiligten verweisen auf eine McKinsey-Schätzung, wonach KI-Agenten bis 2030 weltweit 3 bis 5 Billionen US-Dollar im Konsumhandel steuern könnten, und beziffern die Kosten veralteter digitaler Identitätskontrollen auf rund 100 Milliarden US-Dollar jährlich an Betrug und Folgeschäden.

Warum es zählt

Agentisches Bezahlen erreicht Europa bislang Schiene für Schiene - Visa und Mastercard mit Anthropics Commerce-Agent-Blaupause in ihren Händlernetzen, Revolut und Visa mit der Passkey-Zahlung in Frankreich, BLIK mit dem ersten eigenständigen Kauf in Polen - und jedes Mal blieb dieselbe Frage offen: Wer bürgt für den Agenten. Hier beantworten die beiden Kartensysteme, die die europäische Akzeptanz tragen, sie gemeinsam statt getrennt.

Das ist der Unterschied zwischen drei proprietären Onboarding-Regimen, die ein europäischer PSP einzeln anbinden müsste, und einer Identität, die mitreist. Praktisch heißt das für Acquirer und Händler: Die Agentenidentität wird auf Systemebene geregelt, bevor eine europäische Aufsicht dazu eine Haltung hat - der Integrationsvertrag für agentisches Bezahlen sind also Systemregeln und nicht PSD3. Und weil Alipay+ von Anfang an dabei ist, hängt das größte außereuropäische Wallet-Ökosystem am selben Nachweis.

Worauf achten

  • Ob die drei tatsächlich eine Spezifikation veröffentlichen statt nur eine Absicht zur Annäherung, und mit welchem Zeitplan
  • Ob weitere Systeme und die europäischen A2A-Verfahren, die gerade agentisch pilotieren - Wero, BLIK, Bizum -, mitmachen oder einen eigenen Rahmen bauen
  • Wie Haftung und Rückbelastungen geregelt werden, wenn ein Agent zahlt, denn dort treffen Systemregeln auf die Authentifizierungsvorgaben von PSD2 und PSD3
  • Ob europäische Acquirer zu denselben Bedingungen Zugang bekommen wie die Plattformen

Quellen

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