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Regulierung
Erste Anklagen im 300-Mio.-€-Verfahren „Operation Chargeback“; Unzer-Gründer Hüllemann angeklagt
Was geschah
Die Staatsanwaltschaft erhob bei einem Gericht in Koblenz erste Anklagen wegen eines weltweiten Kartenbetrugs über 300 Mio. €, der von 2016 bis 2021 lief und 4,3 Millionen Karteninhaberdaten in 193 Ländern über rund 2.000 gefälschte Abo-Seiten missbrauchte. Zu den Angeklagten zählen Mirko Hüllemann, Gründer von Unzer (früher Heidelpay), die frühere Wirecard-Managerin Brigitte Häuser-Axtner und Ruben Weigand.
Nach Erkenntnissen der Ermittler schleusten Vermittler Zahlungen zwischen Scheinhändlern und deutschen PSPs, darunter Unzer, Payone und Nexi Germany (früher Concardis). Insgesamt sind 44 Personen angeklagt, sechs davon ehemalige PSP-Mitarbeitende.
Warum es zählt
Der größte Alt-Compliance-Skandal des deutschen Acquiring-Markts geht damit von der Ermittlung in die Anklage über — und benennt drei PSPs, die zusammen einen großen Teil der deutschen Kartenakzeptanz bedienen. Reputationsrisiko gegenüber Händlern und verschärfte Aufsicht über Onboarding- und Transaktionsüberwachung treffen damit Anbieter, die ihr Mittelstandsportfolio ohnehin gegen SoftPOS-Herausforderer verteidigen.
Der Fall stärkt zudem das regulatorische Argument für strengere Sorgfaltspflichten von PSPs in den Verhandlungen zu PSD3 und PSR.
Worauf achten
Ob das Koblenzer Gericht die Anklage zulässt und einen Verhandlungstermin ansetzt, ob die BaFin aufsichtliche Maßnahmen gegen die genannten PSPs einleitet oder verschärft und ob Händlerabwanderung bei Unzer oder Payone in den deutschen Acquiring-Marktanteilen sichtbar wird.
Quellen
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