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Fünf nationale Zahlungsverfahren gründen in Madrid das European Network for Payments als gemeinsamen Interoperabilitäts-Hub

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Was geschah

Bancomat (Italien), Bizum (Spanien), die EPI Company als Betreiberin von Wero, SIBS-MB WAY (Portugal) und Vipps MobilePay (Norwegen, Dänemark, Finnland, Schweden) haben am 30. September 2026 die Gründung des European Network for Payments (ENP) bekannt gegeben, einer gemeinsamen Gesellschaft mit Sitz in Madrid, an der die fünf Gründungspartner zu gleichen Teilen beteiligt sind. ENP soll den gemeinsamen Interoperabilitäts-Hub betreiben und ausbauen, der bereits im Memorandum of Understanding vom Februar 2026 vorgesehen war, und die nationalen Lösungen über eine gemeinsame technische und operative Schicht auf Basis europäischer Standards verbinden, wobei die einzelnen Marken erhalten bleiben.

Der Rollout erfolgt in Phasen: zuerst grenzüberschreitende P2P-Zahlungen, danach E-Commerce und der Point of Sale; zum Zeitplan heißt es lediglich, die technische Umsetzung werde vorbereitet. Die fünf Lösungen erreichen zusammen rund 130 Millionen Nutzer in 13 europäischen Ländern und damit mehr als 70% der Bevölkerung der EU und Norwegens.

Warum es zählt

Das ist das gesellschaftsrechtliche Vehikel hinter der Debatte um europäische Zahlungssouveränität, und es führt diese Debatte von einer Absichtserklärung zu einem Unternehmen mit Gesellschaftern, Sitz und Mandat. Bisher hatte die Interoperabilitätsarbeit der nationalen Verfahren keine Einheit, die zeichnen, bauen oder an einem Fahrplan gemessen werden konnte; ENP schafft sie.

Für die Akzeptanz ist vor allem die Phasenfolge zu lesen: Der Hub startet bei P2P, erreicht also noch kein Terminal, aber ein einziger Hub, der später E-Commerce und POS über 13 Märkte tragen kann, ist der erste belastbare Weg zu paneuropäischer Akzeptanz für Account-to-Account-Wallets, die heute an ihren Landesgrenzen enden. In diesem Szenario stehen Visa und Mastercard einer nationalen Alternative mit kontinentaler Reichweite gegenüber statt fünf einzelnen, und Acquirer und PSPs müssten einmal pro Hub integrieren statt einmal pro Verfahren.

Worauf achten

  • Ob ENP einen datierten Fahrplan für die Phasen E-Commerce und POS vorlegt und nicht nur für P2P
  • Wen die Gesellschaft in Madrid an die Spitze setzt
  • Ob weitere nationale Verfahren als Gesellschafter beitreten oder sich als Teilnehmer anschließen
  • Wie sich der Hub gegenüber den Akzeptanzschienen des digitalen Euro positioniert

Quellen

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