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EZB erlaubt UniCredit den Sprung über 30 Prozent an der Commerzbank ohne Obergrenze
Was geschah
Die Bankenaufsicht der EZB hat UniCredit am 16. Oktober 2026 genehmigt, ihren Anteil an der Commerzbank über die Schwelle von 30 Prozent hinaus zu erhöhen. Die Entscheidung erlaubt UniCredit, die im Sommer über ein Umtauschangebot erworbenen Commerzbank-Aktien zu behalten und ohne Obergrenze weiter zuzukaufen. Die verbleibenden aufsichtsrechtlichen Verfahren und Bedingungen des Angebots sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein; danach wird UniCredit rund 50 Prozent der Stimmrechte halten und die Bank kontrollieren. Die EZB bezeichnete die Freigabe als positive Bewertung der Transaktion und der Fundamentaldaten von UniCredit.
Warum es zählt
Es ist der größte grenzüberschreitende Kontrollwechsel im europäischen Bankwesen seit Jahren, und das Akzeptanzgeschäft wandert mit. Firmen- und Mittelstandsbeziehungen sind in Deutschland der Vertriebskanal, über den Banken Acquiring, Terminals und Zahlungskonten verkaufen. Wer eine Großbank kontrolliert, entscheidet also, wessen Acquiring-Angebot diesem Kundenbestand vorgelegt wird.
UniCredit ist in Italien sowie in Mittel- und Osteuropa selbst Acquirer; die deutsche Einheit ist damit das fehlende Stück einer zusammenhängenden Akzeptanzlandschaft und nicht bloß eine Finanzbeteiligung. Für einen deutschen Markt, dessen Acquiring weiterhin stark über heimische Bankbeziehungen vermittelt wird, verschiebt ein paneuropäischer Eigentümer die Frage, wer hier eigentlich der Platzhirsch ist.
Worauf achten
Ob die restlichen Bedingungen noch 2026 wegfallen und der Anteil die erwarteten 50 Prozent erreicht, wie UniCredit nach der Übernahme mit den Payment- und Merchant-Services-Beziehungen der Commerzbank umgeht, ob politischer und gewerkschaftlicher Widerstand in Deutschland zu Auflagen für einzelne Geschäftsteile führt und ob der kombinierte Konzern das Acquiring auf eine Plattform zusammenlegt.
Quellen
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